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Augenblicke

 

Rendezvous mit dem Löwen

Preview der Ausstellung für die Museumsfreunde am 4. März 2026

Eva-Maria Dennhardt

Der Löwe- ein Symbol für Macht und Identität. Und dennoch – man möchte ihn streicheln, den Löwen, wie er da im Halbdunkel steht, seiner Burg beraubt mit Blick auf die Schätze, die er offenbar bewacht. Jede der ondulierten Locken liegt wohlgeordnet und nur das Maul reißt er ein wenig auf, vielleicht mag er auch nicht, dass sein plüschiger Vetter von der Landesausstellung 1995 Heinrich der Löwe und seine Zeit: Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125-1235 ihn begleitet. Erstmals kann man ihm so nahekommen, ihn fast auf Augenhöhe bewundern und versteht wie wichtig diese Großplastik (800 Kilogramm), es handelt sich um die einzige noch erhaltene nördlich der Alpen, als identitätsstiftendes Symbol für Braunschweig ist.

Zu einer überwältigenden Preview hatte das Museum die Museumsfreunde anlässlich der Eröffnung der neuen Mittelalterabteilung geladen, deren Glanzstücke aus der Burg Dankwarderode jetzt ebenfalls im Museumsbau zu sehen sind. Und trotz drangvoller Fülle wunderbar präsentiert werden. Dr. Thomas Richter hoffte in seiner launigen aber auch mahnenden Eröffnungsrede, dass die Burg, wegen technischer Mängel im Herbst 2023 sozusagen von einem Tag auf den anderen geschlossen, bis zum Stadtjubiläum 2031 saniert sei und die Mittelaltersammlung dahin zurückkehren kann.

Erfreulich nahe kann man die 40 Objekte, nein Preziosen, Kostbarkeiten von historischer Bedeutung betrachten. Diese herausragenden Zeugnisse europäischer Schatzkunst, Meisterwerke von internationalem Rang, strahlen in neuem ungewohnten Glanz. Dank moderner Ausstellungstechnik, verbesserter Beleuchtung, glasklaren Vitrinen und tiefer gehender informativer Beschilderung werden sowohl Geschichte als auch Material, Oberflächenstruktur und feinste Details der Exponate sichtbar. Sie wurden für den Umzug in die temporäre Ausstellung konservatorisch untersucht, gereinigt, gesichert und digitalisiert, wie Dr. Richter betonte.

Das kulturelle Erbe Braunschweigs und des Braunschweiger Landes wird in dieser Ausstellung nicht nur bewahrt sondern lebendig erlebbar, so Elisabeth Steifensand, Vorsitzende der Museumsfreunde. Davon konnte sich die enorme Menge der Museumsfreunde – hundert Anmeldungen – an diesem Abend hautnah überzeugen. So gab es manchen Gesprächsstoff und konzentrierten Genuss rund um die historisch, ästhetisch und religionsgeschichtliche Schau abschließend bei Wein und Knabberzeug. Am Rande sollte noch erwähnt werden, dass ein umfangreiches Begleitprogramm geplant ist und am letzten Sonntag im Monat nachmittags freier Eintritt. Dies und das hübsche und informative Begleitheft klingt doch rundum verlockend. “