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Veranstaltungsberichte:

Exklusive beeindruckende Preview am 21.3.2019

Ein Modetagebuch aus der Renaissance – Und wie man eine Ausstellung daraus macht

Das HAUM wartet am 8. Mai mit einer beglückenden neuen höchst interessant gestalteten Ausstellung auf: Dressed for Success - Matthäus Schwarz und sein Modetagebuch des 16. Jahrhunderts. Die Museumsfreunde hatten jetzt schon vorab Gelegenheit die Highlights dieser Ausstellung zu besichtigen. Ihren Aufbau mitzuerleben. Ein begeisterndes und begeistertes junges Team um Kuratorin Dr. Martina Minning zeigte anhand von Modell, Stoffproben und Wandfarben, wie akribisch die Ausstattung so einer Ausstellung vorbereitet wird. Da ging es von Ausleihmodalitäten über Ausstattung der Vitrinen, Klimabedingungen bis Schriftgrößen und Präsentation. Verblüffend wie viele verschiedene Fachrichtungen hier zu einem Gesamtentwurf verschmelzen. Der neue Hausherr im HAUM, Dr. Thomas Richter, begrüßte als sozusagen erste Amtshandlung die Museumsfreunde und gab seiner Freude über die ersten Gespräche Ausdruck. Ganz nach dem Motto von Matthäus Schwarz „ jedes Warum hat sein Weil“. Auch Elisabeth Steifensand, die Vorsitzende des Freundeskreises, hatte in ihrer Begrüßung die Begegnungen als sehr positiv und zugewandt geschildert und freute sich über die diesmal eine so ungewöhnliche Preview, welche die rund 50 Freunde sozusagen hautnah in den Entstehungsprozess der Ausstellung einbezog.

Sein Patron war mächtiger als der Kaiser

Kein Mensch war reicher als Jakob Fugger in Augsburg (1459 – 1525). Der Enkel eines bäuerlichen Webermeisters aus Graben bei Augsburg war der reichste Mann der Historie, selbst nach heutigen Maßstäben. Sein Vermögen, das nach jetziger Kaufkraft 400 Milliarden Dollar betrug, würde selbst Bill Gates blass aussehen lassen. Er war der bedeutendste Bankier Europas (umging das Zinsverbot, führte gegen den Widerstand der Kurie Zinsen ein, die Christen verboten waren), Montanunternehmer (Kupfermonopol in Europa) und Kaufherr (u.a. Gewürze aus Ostindien).

Machtpolitisch unterstützte dieser Handesherr Maximilian I., den letzten Ritter, der ihm sozusagen alle Einnahmen aus Tirol verpfändete aber damit den Aufstieg des Hauses Habsburg sicherte. Er konnte sogar einem Kaiser (Karl V., der dann der mächtigste Mann des Abendlandes war, in dessen Reich die Sonne bekanntlich nicht unterging) den Wahlkampf finanzieren, ihn sozusagen kaufen, und diesen später ganz unverblümt und gar nicht devot an seine Schulden erinnern. Er verpflichtete sich auch den Klerus durch Kredite und lieh dem preußischen Herzog Albrecht zu Brandenburg Geld. Seiner Frau Sibylla schenkte Fugger zur Hochzeit mal eben Schmuck aus dem Burgunderschatz.

Fugger ackerte wie ein Ochse, hatte ein weltumspannendes Netzwerk, war skrupellos und ein Visionär, ging aber auch extreme Risiken ein. Ein geistiger Revolutionär, der alles für möglich erklärte. Sein Erfolgsrezept ähnelt dem von Steve Jobs. Fugger brachte es als Bürgerlicher bis zum Reichsgrafen (Seit 1514). Er war aber auch ein großzügiger Kunstmäzen und engagierte sich im sozialen Bereich, seine Stiftungen funktionieren heute noch.

Der Kleidernarr im goldenen Kontor

Matthäus Schwarz (1497 – 1574) war nach einer Kaufmannslehre in Mailand und Venedig der Hauptbuchhalter in diesem weltumspannenden Imperium, in Zeiten des Umbruchs der politischen Landschaft der Alten Welt. Wobei die Bezeichnung „Buchhalter“ wirklich viel zu kurz greift, dieser Tage würde man ihn sicher als CEO bezeichnen. Es gibt ein Bild von ihm und seinem Dienstherrn im Kontor, in der goldenen Schreibstube der Fugger. Dieser wichtige Vertraute im Fuggerschen Imperium hat nun jedes Jahr ab 1520 – rückwirkend jedoch von der Wiege an – mit Ganzkörperbildern seine Kleidung dokumentiert, schrieb wofür er sie kaufte und zu welchen besonderen Anlässen er sie trug. Vom Kleinstkindalter bis zum Tod seines zweiten Chefs, des Reichsgrafen Anton Fugger, der 1560 stirbt, als Schwarz 63 Jahre zählt. Akribisch vom Barett bis in die letzte Falte auch hier – ein Maler aus Christoph Ambergers Werkstatt in Augsburg (immerhin in der Münchner Ruhmeshalle vertreten, dürfte also nicht ganz preiswert gewesen sein) verewigt das Gewand, das der Fuggersche Geschäftsführer sich dafür anfertigen lässt.

Seine Zeitgenossen geben ihm übrigens den Spitznamen „Kleidernarr“. Die damals noch strenge Kleiderordnung der Stadt Augsburg, die für Bürgerliche galt, sie sollte den sozialen Frieden sichern, hat er mit seinen Kreationen sicher oftmals bis an die Grenzen und darüber hinaus ausgereizt.

Museumsmodenschau mit Matthäus Schwarz

Das kleine handliche Kleidungsbüchlein, auch als Trachtenbuch bekannt, es ist nur 10,8 cm breit, enthält 139 Bilder, darunter zwei Nacktbilder um die Figur zur dokumentieren – von hinten und von vorne – ist der grandiose Höhepunkt der Ausstellung, wird in einer goldenen Stoffkammer präsentiert und nur dreimal während der Ausstellungszeit umgeblättert.

Diese lebenspralle Bilderhandschrift, ein einmaliges Renaissance Kleinod, stand zunächst in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. 1648 wurde es der Bibliothek bzw. Herzog August dem Jüngeren, für 40 Reichstaler in bar angeboten, von da gelangte es ins Kupferstichkabinett des Museums. Vor zwei/drei Jahren wurde es schon einmal als Mittelpunkt einer Ausstellung angekündigt: Mode der Renaissance. Doch leider hat sich kaum bürgerliche Mode aus dieser Zeit erhalten. Sie wurde im Gegensatz zu der höfischen aufgebraucht, so die Kuratorin.

Jetzt sieht man, dass es auch ohne solches Beiwerk eine Ausstellung trägt. Allein durch die lebensnahen Darstellungen und dazugehörenden Erklärungen. Bestimmend dafür ist das absolute Highlight dieser Schau: Ein Lichtleporello, das alle Bilder in größerem Format und mit zeitgemäßer Übersetzung zeigt. Es macht das Buch begeh- und das Leben von Schwarz erlebbar, man kann so bequem den modischen Lebensweg dieses vielseitigen Mannes Jahr für Jahr verfolgen. Sieht ihn bei Genuß, mehrfachem Crash bei Pferde-Schlittenfahrten in Augsburg, wie er seine zunehmende Fülligkeit beklagt und was er sich zur Hochzeit leistet.

Das Lebensumfeld dieses interessanten Mannes wird selbstredend in der Ausstellung ebenfalls gezeigt mit internationalen Leihgaben, er selbst als Auftraggeber hochkarätiger Kunstwerke präsentiert, dies jedoch erst wenn es zur Fertigstellung dieser Geschichtsträchtigen und berührenden Schau kommt.

Text: Eva-Maria Dennhardt
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Jubiläum „25 Jahre Freundeskreis HAUM“ am 21. Februar 2019

Freundeskreis Jubiläum – beglückendes Gesamtkunstwerk

Nachts im Museum erwachen die Objekte bekanntlich zum Leben. Zumal wenn diese Metamorphosen unter fachkundiger Führung erfolgen. Anlässlich des 25 jährigen Bestehens des HAUM Freundeskreises hatte der scheidende Direktor Prof. Dr. Jochen Luckhardt sein Haus weit geöffnet und die einzelnen Abteilungen mit hochkarätigen Kuratoren als Wegbegleiter besetzt. Er legte „seinen“ Museumsfreunden, letztlich hatte er damals den Anstoß für die Gründung des Kreises gegeben, vor allem den zweiten Stock ans Herz. Hier ist eine wahre Schatzkammer des Hauses, mit Exponaten von europäischem Rang.

Und im Kupferstichkabinett wartete die jüngst ersteigerte Ölskizze von Max Beckmann aus seiner Braunschweiger Zeit, die er als 16 jähriger von den Riddagshauser Teichen malte, neben Graphiken des Künstlers. Der Freundeskreis hatte somit lange vor der Aktionswoche im April Gelegenheit dieses zauberhaft hingehauchte Bild zu bewundern, von einem Künstler der in Braunschweig zur Schule ging und sich zeit seines Lebens als Braunschweiger bezeichnete. Er war auch ein eifriger Besucher des Herzog Anton Ulrich Museums, dessen Familienbild von Rembrandt, von ihm ohne t geschrieben, er sehr schätzte.

„Lassen Sie sich berühren“, forderte die Vorsitzende des Freundeskreises Elisabeth Steifensand die gut 280 Mitglieder auf, die der Einladung zum abendlichen Jubiläums-Treff ins Museum gefolgt waren. Sie hätte auch von verzaubern sprechen können, denn in der Gemäldegalerie spielte das Duo Amabile, Hochschule für Bildende Künste Hannover, auf Klarinette und Akkordeon zauberhaft klassisch beschwingt. So bekamen manche Bilder, oft sogar nur im Vorüberschlendern, bereits lieb gewonnene und andere neu interpretierte, Tiefe und Emotion.

Die Vorsitzende erinnerte an die kleine Schar der Gründungsmitglieder und unterstrich die Tatsache, dass seit der Wiedereröffnung nach dem Umbau sich die Zahl der Museumsfreunde verdoppelt habe. Man sei jetzt bei rund 800 Mitgliedern. Sie dankte dem Direktor und den Mitarbeitern für die gewährte großzügige Unterstützung des Kreises, die ja auch an diesem Abend durch die nächtliche Öffnungszeit, die alle Mitarbeiter ermöglichten, deutlich wurde, man wünschte sich, das könne öfter geschehen. Dankbar sprach sie von Vorträgen, Exkursionen und Reisen mit dem Museumsdirektor und seiner Frau Barbara Klössel- Luckhardt, promovierte Kunsthistorikerin, bei denen Kunst, Kultur aber auch Kulinarik eine geglückte Symbiose eingingen.

Singe oh Muse von einem begeisternden Kunst- und Weinseligen Abend, mit großzügig präsentierten Imbiß, von zahlreichen netten jungen Leuten auf allen Ebenen serviert, interessanten Führungen, schönen und freundlichen Gesprächen, Entdeckungen und Wiederbegegnungen und einer Tombola mit vornehmlich Kunstbänden aus dem Museum. Museum kommt ja aus dem griechischen (museion) und bedeutet Heiligtum der Musen. Daß Frau York Steifensand das HAUM als Kultur-Leuchtturm und wahres Paradies bezeichnete, schien also an diesem kunsterfüllten Abend nicht übertrieben.

25 Jahre Freundeskreis HAUM

25 Jahre Freundeskreis HAUM

25 Jahre Freundeskreis HAUM

Text: Eva-Maria Dennhardt Fotos: D.Radmacher und U.Schierloh
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Europa-Abend am 22. Oktober 2018

Kunst setzt Zeichen – wie sich Europa sieht

Europa im Wandel. Was bleibt, was hält uns zusammen? Gibt die Gegenwart keine Antworten, hilft ein Blick in die Vergangenheit. Europa verändert sich, die Themen bleiben: „Kunst setzt Zeichen“, um es deutlich zu sagen: teilweise grandiose. So fand der diesjährige sog. Europa-Abend des Freundeskreises im begeisternden Rahmen der Abschiedsausstellung des leitenden Museumsdirektors Prof. Jochen Luckhardt statt. Sie präsentierte teilweise unbekannte Schätze, Neuerwerbungen aus dem alten Europa, die alle während seiner Amtszeit den Weg ins Museum fanden. Doch nicht nur die Kunst und deren Präsentation begeisterte die rund 120 Gäste sondern auch die Gestaltung des Abends mit gigantischer herbstlich geschmückter Tafel im „Foyer des Apoll“, die selbst als Kunstwerk gelten konnte.

Europäisch geprägte Sammlertradition seit Herzog Anton Ulrich (1633 -1753/54), der sich auf Reisen und mit Hilfe von Agenten, die Welt nach Hause holte, war zentraler Leitfaden für alle Neuerwerbungen. Seit 1990, dem Amtsantritt von Prof. Luckhardt sind sage und scheibe 4406 Kunstwerke dem Museum hinzugefügt worden (davon 3312 auf Papier), Gemälde Grafiken, Skulpturen, Porzellan und Schatzkunst und dies obwohl seit 1994 ein regulärer Erwerbungsetat fehlte. „Chapeau“ meinte dazu mit ehrlicher Bewunderung Elisabeth Steifensand, die Vorsitzende des Freundeskreises, der bei etlichen Ankäufen unterstützte. Sie begrüßte Freunde und Förderer des HAUM, darunter auch den 1. Vorsitzenden des Kunstvereins, Tobias Hoffmann, und dankte dem Vorbereitungsteam aus dem Vorstand herzlich.

Europäische Museen fungieren als Objektgedächtnis ihres Erdteils. Wobei die Gegenwart – höchst attraktive Foto- und Graphikkunst – eben heute schon Vergangenheit ist. Rund 270 der Neuerwerbungen von der Antike bis zur Gegenwart lassen sich in der Ausstellung bewundern. Prof. Luckhardt, der sich nahezu verliebt in seine Abschiedspräsentation zeigte, skizzierte in Insiderstories die teils abenteuerlichen Erwerbsgeschichten einiger Exponate, erwähnenswert dabei wieder mal die Geschäftstüchtigkeit der Welfen mit ihrer „Marienburg-Entrümpelung“ und den allgegenwärtigen Mittelsmann Graf Douglas.

Die Kultur des alten Europa und die magische Kraft des Christentums sind immer noch präsent, wobei es nicht nur um die Verkörperung ästhetischer Ideen geht sondern auch um die relevante Funktion, laut Luckhardt. So sind denn auch die Ausstellungsbereiche folgerichtig mit allgemein gültigen Themen überschrieben. Bei „Glaube, Liebe, Hoffnung“ besticht ein Bergkristallkreuz aus dem Kloster Weingarten, wohl oberrheinischer Herstellung ebenso wie „Die Vertreibung aus dem Paradies“ von Lovis Corinth und eine Darstellung auf der Venus Göttervater Zeus bittet, den Äneas in den Olymp zu erheben (Christoph Gertner). Altarbilder stehen in Korrespondenz zu einer Doppelherme.

Charmante Herzöge – darunter zwei gigantische Portraits Braunschweiger Fürsten - und teils sehr griesgrämig blickende Herzoginnen beherrschen den Abschnitt „Wiedergabe“ und im Bereich „Sinnbild“ finden sich wunderschöne Kelchgläser, nebst silbernen Girandolen ( gedrehte Kerzenleuchter) und ein überwältigender Deckelpokal aber eben auch eine Flohfalle aus Elfenbein. „Selbstwert“ überschrieb Luckhardt den letzten Abschnitt, der zahllose Selbstbildnisse beherbergt, Radierungen (auch von Wilhelm Hogarth), wo nahezu alle bekannten Namen des 20. Und 21. Jahrhunderts vereint sind.

Die abendlichen Gäste hatten viel zu entdecken, trafen sozusagen „alte Bekannte“ wie ein Selbstbildnis von Ludger tom Ring und die jüngst erst erworbenen Elfenbeinfigurinen von Balthasar Permoser. Angeregt und begeistert saßen und standen die Museumsfreunde bei reichhaltigem Büffet und Riesling noch lange im Gespräch.

Fazit: Es gibt viel zu sehen – unbedingt hingehen! Neben Führungen werden auch themenbezogene Spielfilme angeboten.

Text: Eva-Maria Dennhardt
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Große Fahrt des Freundeskreises nach Florenz 18.-22.September 2018

Sehr früh am Morgen des 18. September starteten 35 Teilnehmer unter der Leitung von Frau Dr.Barbara Klössel- Luckhardt und Herrn Prof. Dr. Jochen Luckhardt von Wolfenbüttel und Braunschweig zum Flughafen Hannover.
Nach einer Zwischenlandung in München erreichten wir noch am Vormittag Florenz und unser zentral gelegene Hotel Palazzo Ognissanti.
Mit Taxen machten wir uns unverzüglich auf den Weg zum Piazzale Michelangelo, von wo wir einen herrlichen Panoramablick auf Florenz hatten.Alle waren voller Vorfreude auf die am nächsten Tag beginnenden Stadtrundgänge und Besichtigungen.

Erläuterungen durch Dr. Andreas Uhr

Auf dem Piazzale Michelangelo

Wer nach dem langen Tag noch gut zu Fuß und neugierig war, nahm unter der Führung von Frau Dr. Klössel- Luckhardt noch den Aufstieg zur Klosterkirche San Miniato al Monte auf sich. Die Kirche zeichnet sich durch eine Fassade mit goldenem Mosaik im byzantinischen Stil und einem intarsierten Marmorfußboden sowie einer siebenschiffigen Krypta mit einem zierlichen Kreuzgewölbe aus.

Der anstrengende Tag klang mit einem Abendessen in einem nahe dem Hotel gelegenen Restaurant aus. Dieses Restaurant war auch an den folgenden Abenden Ziel für unser Abendessen.

Am zweiten Tag erwarteten uns morgens in unserem Hotel bereits unsere zwei Guides, Theresa und Christiane, die uns - in zwei Gruppen aufgeteilt- an den folgenden Tagen begleiteten und führten. Mit Kopfhörern ausgestattet machten wir uns zu Fuß auf zu den Uffizien. Mit großer Sachkunde brachten uns Theresa und Christiane die Geschichte von Florenz und dem Herrscherhaus der Medici nahe.

Bei den Führungen durch die Gemäldesammlungen wurde uns die Entwicklung der Malerei erläutert und einige hierfür exemplarische Kunstwerke vorgestellt. Während in der Mittagszeit einige der Teilnehmer in den Uffizien verblieben, nahmen einige das Angebot an, das Baptisterium des Domes zu besichtigen. Andere besuchten den Palazzo Medici- Riccardi mit den Fresken vom „ Zug der Heiligen Drei Könige „ in der Dreikönigskapelle.

Am Donnerstag ging es wieder früh vom Hotel zu Fuß zum Palazzo Pitti, dem Wohnsitz der Medici- Dynastie von 1549. Im Palazzo Pitti befinden sich nicht weniger als acht Museen und Sammlungen, von denen wir naturgemäß nur zu den wichtigsten Kunstwerken geführt wurden.

Nach der individuellen Mittagspause trafen wir uns wieder vor dem Palazzo Pitti, um den Giardino di Boboli zu durchstreifen. Der Boboligarten ist eine von den Medici errichtete Parkanlage, direkt hinter dem Palazzo gelegen und mit kunstvollen Grotten, Brunnen und Seen ausgestattet.

Erläuterungen durch Dr. Andreas Uhr

Ruhepause im Boboligarten

Am Freitag erwartet uns der Gang zum Palazzo Vecchio, der früheren Residenz des Herrscherhauses der Medici.

Vor dem Palast beeindruckt auf der Piazza della Signoria eine runde Platte. Hier wurde 1498 der strengere Sitten fordernde Dominikanermönch Savonarola auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Der mit Skulpturen geschmückte Platz ist der Mittelpunkt von Florenz, auf dem sich bemerkenswerte Plastiken aufreihen. So unter anderem eine Kopie von Michelangelos „ David „, das Reiterstandbild des Großherzogs Cosimo I, Donatellos kraftvoller Löwe und Vieles mehr.

Im Palazzo Vecchio mit seinen prachtvollen Sälen gaben uns unsere Guides eine kleinen Einblick in die Sammlungen und Räumlichkeiten.
Nach einer längeren Mittagspause, die einige zur Besichtigung des Museo Opificio delle Pierre dure „ ( Steinemuseum ) nutzten , wurden wir in der Galleria dell’Accademia durch die Direktorin, Dr. Cecilie Hollberg, begrüßt. Frau Hollberg , die frühere Leiterin des städtischen Museums Braunschweig, gab uns einen Einblick in die italienische Museumslandschaft und den dortigen Strukturen. Nachdem Frau Holzberg uns ihr Haus vorgestellt hatte, führten uns unsere Guides zum Highlight dieses Museum, Michelangelos „ David „ und erläuterten uns die Entstehung und die Besonderheiten dieses Kunstwerkes.

Erläuterungen durch Dr. Andreas Uhr

Andrang vor der David- Statue

Der Samstag blieb uns dann zur freien Verfügung und wurde in vielfältiger Art und Weise genutzt.

Der Rückflug von Florenz über Frankfurt nach Hannover sowie der Bustransfer nach Braunschweig verlief reibungslos, wobei anzumerken ist, dass die Reisegruppe erst in der frühen Morgenstunden des Sonntags ihr Ziel in Braunschweig und Wolfenbüttel erreichten.
Die Teilnehmer der Reise bedankten sich zum Abschluss bei Frau Dr. Klössel- Luckhardt und Prof. Dr. Luckhardt für die hervorragende Planung, Führung und Begleitung dieser Reise. Durch sie haben wir einen kleinen Teil der vielfältigen Sehenswürdigkeiten von Florenz kennenlernen können.

Ein besonderer Dank ging an Prof. Dr. Luckhardt, der in den vergangenen 23 Jahren in jedem Jahr für den Freundeskreis des Herzog Anton Ulrich - Museums mit großem Erfolg die mehrtätigen Studienreisen geplant und begleitet hat.

Text: Detlef Engster Fotos: Barbara Klössel - Luckhardt
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Besuch in der Druckgraphikwerkstatt der HBK Braunschweig

Schon oft standen wir vor Radierungen der Sammlung des HAUM und bewunderten die filigranen Zeichnungen mit ihrer Detailverliebtheit , Schraffuren und Schattierungen. Die lapidare Erklärung „Kaltnadelradierung“ ließ uns aber über die Kunst , die sich dahinter verbergen musste, im Unklaren. So griffen wir das Angebot des Freundeskreises, an einer fachkundigen Einführung in dieses Thema teilzunehmen, dankbar auf.

Um es vorweg zu nehmen – mit Herrn Köhn, dem Leiter der Abteilung Druckgraphik an der HBK, gerieten wir genau an den richtigen Fachmann. Er zeigte uns die verschiedenen Arbeitsschritte, erklärte die verwendeten Materialien und Gerätschaften. Um ein Gefühl zu bekommen , was es bedeutet, ein Bild mit der Nadel in eine Kupferplatte zu ritzen , durfte jeder es mit seinem Namen ausprobieren. Aber Achtung – natürlich seitenverkehrt ! Die Resultate entsprachen nicht immer den Erwartungen. Herr Köhn hatte eine kleine Platte mit einem Rembrandt - Motiv vorbereitet . Beide Objekte wurden gemeinsam gedruckt. Was auf den ersten Blick sehr einfach aussah , konnte aber nur gelingen, weil der Fachmann auf jahrelange Erfahrungen zurückgreifen konnte . Da genügte schon ein Griff mit zwei Fingern , um festzustellen , ob das Druckpapier die richtige Feuchtigkeit hatte . Oder der Farbauftrag die nötige Dicke.

Während des Druckens wurde an der Platte auch noch gezeigt , wie man den Hintergrund dunkler gestalten kann. Alles kein Problem ! Zum Schluss hinterließ die Vorführung bei uns Betrachtern doch den Eindruck, dass wir eben einen kleinen Blick in die große Kunst des Druckens tun durften . Nicht mehr ,aber auch nicht weniger ! Nun sind wir gewappnet für die kommenden Radierung – Ausstellungen im HAUM. Unsere Bitte an den Freundeskreis : Weiter so !

Und herzlichen Dank an Frau Kubitza-Bach, die alles angeregt hatte !

Text: D.+ N. Rischau
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Neuwahlen bei den Museumsfreunden

Geballte Frauenpower im Foyer des Apoll

Verabschiedung Reinhard Jahn

Der scheidende Vorsitzende Reinhard Jahn wird von Jörg Homann verabschiedet

Unentdeckte Schätze heben: Ein neues Projekt zur Bestandsforschung altdeutscher und altniederländischer Malerei legt der scheidende Leitende Museumsdirektor Prof. Jochen Luckhardt auf. Dieses Mammutvorhaben, zu dem es in vielen Bereichen noch nicht einmal richtige Inventarlisten gibt, geschweige denn Herkunftsnachweise oder gar Beschreibungen und das vorerst auf drei Jahre angelegt ist, wird der Freundeskreis des Museums mit jeweils rd. 33.000,-- € jährlich unterstützen, so erklärte es Reinhard Jahn auf der diesjährigen Mitgliederversammlung.

Später soll ein aufwändiger Bildband diese Arbeit nicht nur dokumentieren sondern auch diese ungehobenen Schätze, darunter auch unendlich viel Kirchenkunst infolge der Reformation, für die Museumsbesucher und die Fachwelt sichtbar machen. So gibt es Bilder aus dem Cranach Umkreis und viele andere hochwertige Altarbilder, die noch zugeschrieben werden müssen.
Kunsthistorische Beiträge sollen Besucher und Fachwelt informieren. Wer nun glaubt, hier will jemand seinen Ruhestand hinausschieben, irrt sich. In seinem Abschiedsvortrag für die Museumsfreunde versicherte Luckhardt glaubhaft, „er habe nicht vor als Direktorengespenst unter dem neuen LMD durch die Museumsgänge zu geistern“:

Jünger und weiblicher präsentiert sich die neue Spitze des Vorstandes der Museumsfreunde, die im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung gewählt wurde. Den arbeitsintensiven Schriftführerposten übernahm Rechtsanwältin Diana Radmacher von Elisabeth Steifensand, die nahezu einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Der bisherige Vorsitzende Reinhard Jahn trat aus privaten Gründen von seinem Amt zurück. Er wird dem Vorstand jedoch weiterhin als kooptiertes Mitglied verbunden bleiben. Sein Stellvertreter Jörg Homann dankte ihm sehr persönlich. Sabine Worbs-Kehr, bereits in der Mittelstandsvereinigung aktiv, unterstützt als kooptiertes Mitglied weiter den Vorstand und ist so gut vernetzt wie auch Carsten Ueberschär und machen die Anliegen des Museums in Braunschweig präsent. Schatzmeister bleibt Detlef Engster, in Braunschweigs Kulturkreisen ebenfalls kein Unbekannter.

Hauptaufgabe des 1993 von 15 Personen gegründeten Freundeskreises ist ja, das Museum fördernd zu unterstützen in Forschung und Wissenschaft sowie bei Ausstellungen. So haben die jetzt 807 Mitglieder im vergangenen Jahr neben der oben erwähnten besonderen Projektförderung den Ankauf der Zeichnung „Wer kauft Liebesgötter?“ für das Kupferstichkabinett möglich gemacht. Leider nur in Form einer graphischen Zeichnung. Doch wer braucht schon einen Liebesgott, wenn er zu Füßen des nackten Apoll tagen darf und zum Abschluss noch italienischen Wein serviert bekommt, wenngleich bei den hochsommerlichen Temperaturen, die immerhin über 50 Mitglieder nicht vom Kommen abgehalten haben, Wasser fast noch mehr gefragt war.

Text: Eva-Maria Dennhardt Bild: Carsten Ueberschär
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Augsburg - Studienfahrt vom 5.5. - 6.5.2018

Augsburg 2018 Augsburg 2018

Augsburg - Studienfahrt

Ein volles, interessantes Programm unter fachkundiger Leitung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin unseres Museums steht für ein kurzes Wochenende, an dem wir uns zu früher Stunde auf den Weg nach Augsburg machen. Unser Hotel liegt zentral in der Maximilianstraße, der Prachtboulevard Augsburgs, mit den drei Monumentalbrunnen, alle Meisterwerke der deutschen Renaissance. Fussläufig besichtigen wir noch am Samstagnachmiitag das Schaetzlerpalais mit dem Rokkokofestsaal und der angrenzenden Katharinenkirche , die Staatsgalerie Altdeutsche Meister, mit Werken von Holbein, Cranach und Dürers bekanntes Portrait von Jakob Fugger dem Reichen.
Zur Zeit der Fugger und Welser erlebte Augsburg im 16 Jahrhundert seine größte Blüte.

Anschliessend wandern wir weiter auf den Spuren der Renaissance zu St. Anna, die 1518 geweihte Fuggerkapelle, das erste Bauwerk der Renaissance in Deutschland. Das angeschlossene Museum Lutherstiege informiert über die wichtige Rolle Augsburgs in der Reformation. Zum Abschluss erreichen wir die Fuggerei, die Jakob Fugger 1521 für verarmte Bürger stiftete. Es ist die älteste Sozialsiedlung der Welt mit 142 Wohnungen.
Mit typisch Bayrisch-Schwäbischer Küche beschließen wir den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen im „König von Flandern“.

Zeitig brechen wir am Sonntag zu einer Stadtführung auf. Vieles gibt es zu entdecken, u.a. eine Besichtigung des prächtigen Rathauses, das Werk von Elias Holl. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und der bedeutendste Profanbau der Renaissance nördlich der Alpen mit vergoldeten Portalen und einer großartigen Kassettendecke.
Nach kurzer Mittagspause im lauschigen Biergarten besichtigen wir die Fuggerhäuser mit den Innenhöfen (z.B. Damenhof) im Stil der italienischen Renaissance und die Badstuben, Sammlungsräume, die sich Hans Fugger durch italiensche Renaissancekünstler ausstatten ließ.

Bevor wir die Heimreise antreten noch ein Blick in die spätgotische St. Ulrich und Afra Basilika mit den fünf Fuggerkapellen.

Eine kunsthistorisch profunde Kurzreise, anregend und kompakt mit einem Vorgeschmack auf die im nächsten Jahr geplante Ausstellung „-Mode der Renaissance- das Trachtenbuch von Mattheus Schwarz“.

Text und Fotos: Elisabeth Steifensand
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GOYA. Heuchler, Hexen, Hirngespinste am 7. März 2018

Erläuterungen durch Dr. Andreas Uhr

Erläuterungen durch Dr. Andreas Uhr

Unser Museum verfügt über eine Sammlung von 80 Darstellungen in dem Radierzyklus Los Caprichos (Launen, Einfälle). Der spanische Künstler Francisco de Goya (1746-1828) führt hier zeitlos gültige menschliche Abgründe den Besuchern vor Augen. Für unsere Mitglieder erläuterte im Rahmen einer Sonderführung Dr. Andreas Uhr die besondere künstlerische Qualität der Zeichnungen, zurückzuführen darauf, dass das Kupferstichkabinett die Erstauflage von 1799 in besonders frühen Drucken besitzt.

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